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Verbindung von Spiritualität und Psychotherapie, von spirituellem Wachstum und Persönlichkeitsentwicklung

Das Interesse an spirituellen Themen wächst, die Bedeutung  spiritueller und existentieller Themen im Rahmen der Psychotherapie  nimmt zu. Deswegen ist es an der Zeit, fundierte Behandlungsmethoden,  -Konzepte und -Themen zu entwickeln. Studien belegen die  wachsende Bedeutung der Spiritualität: Zwei Drittel der amerikanischen  Psychologen betrachtet Spiritualität als wichtig, 82 % der Amerikaner  verspüren das Bedürfnis, spirituell zu wachsen. Andererseits belegt eine  deutsche Studie, dass nicht einmal die Hälfte der PsychotherapeutInnen  eine spirituelle Krise richtig diagnostiziert.

Eine Zusammenfassung solcher Studien findet sich in „Psychologie der  Spiritualität, Handbuch“ 2007 von Prof. Anton A. Bucher, Beltz-Verlag.  Sowohl der an dieser Stelle dargestellte Überblick über die  vorliegenden Studien als auch vielfältige Erfahrungen belegen, dass  Menschen mit spirituellen Anliegen, Konflikten oder Krisen aufgrund  fehlender Kompetenz von PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen oft mehrfach  falsch diagnostiziert und behandelt werden. Andererseits stellen viele  Fachkliniken Psychologinnen oder Psychologen, die neben der  therapeutischen Ausbildung auch Kompetenzen für spirituelle Begleitung  nachweisen können, bevorzugt ein.

Nachdem in der Psychoanalyse und Psychologie im letzten Jahrhundert  die Religionskritik vorherrschte, geraten inzwischen  gesundheitsfördernden Aspekte der Spiritualität in den Vordergrund.  Studien belegen für spirituell orientierte und spirituell praktizierende  Menschen eine längere Lebenserwartung, selteneres Auftreten von  Herzkreislauf- und Karzinomerkrankungen, geringere Suizidrate und  adäquateren Umgang mit Krisen, vor allem schwereren existentiellen  Krisen (effektives Coping). (Vgl. den Überblick über den Forschungsstand  bei Anton A. Bucher: Psychologie der Spiritualität. A.a.O.)

Spirituelle Begleitung umfasst folgende Themen:

  • Lebenskohärenz  und Sinnhaftigkeit des Lebens
  • Verbundenheit mit Menschen und der gesamten Schöpfung
  • Begrenztheit  des Lebens und der Schöpfung
  • Auseinandersetzung mit Krankheit und Tod
  • Umgang mit individuellem und ubiquitären Leid
  • Auseinandersetzung  mit der Erfahrung einer höheren Macht
  • die Entdeckung, Einordnung und Integration von tieferen Erfahrungen von  Gelassenheit, Akzeptanz, Frieden, innerem Einklang
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